II LEITGEDANKEN, THEMEN, ÄSTHETIK

 

  • Distanz zu Vernunft und Rationalität; Hinwendung zum Dunklen, Phantastischen, Unheimlichen, Irrationalen
  • Fokussierung auf die »verdrängten Nachtseiten des Ich« und »psychologisch geschulte[r] Blick in die Abgründe des Seelenlebens« (Detlef Kremer); Darstellung von Zuständen des Traumes, des Wahns, der verschobenen Wahrnehmung, der Aufspaltungs des Ichs, des Doppelgängertums etc. (z.B. E.T.A. Hoffmann: »Der Sandmann«)
  • Poetisierung der Wirklichkeit als Ziel romantischen Schreibens
  • Wertschätzung von Individualität und Subjektivität; Selbstverwirklichung des Einzelnen außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft, auch in der Hinwendung nach innen
  • Ausblendung gesellschaftlicher oder politischer Themen aus der Literatur
  • Themen: Sehnsucht und Fernweh (z.B. Eichendorff: »Sehnsucht«), Liebesschmerz (z.B. Brentano: »Wenn die Sonne weggegangen«), Liebe als mystische, göttliche Kraft, Aufgehobensein in der Natur (Eichendorff: »Abschied«)

  • Wertschätzung des kulturellen Erbes (Märchen, Sagen, Volkslieder), Mittelalter-begeisterung

  • keine Darstellung individuell-unverwechselbarer, detailreicher Situationen in der Lyrik: semantische Vagheit als Kennzeichen vieler Gedichte

  • Verwendung typisch romantischer Topoi zur Erzeugung von Stimmungen: Dunkelheit, Nacht, Mond, Sterne, Einsamkeit, Sehnsucht, Wald, Bach, Vogel, Traum usw.

  • Volksliedton in der Lyrik: Simulation von Einfachheit, Volkstümlichkeit durch Liedhaftigkeit der lyrischen Texte (vierhebiger Jambus, Kreuzreim, Übereinstimmung von Satz und Strophengrenzen)

  • Idealisierung des Fragmentarischen als Reaktion auf die Erkenntnis von der Unmöglichkeit einer ganzheitlichen Erfassung der Wirklichkeit

  • Poetische Selbstreflexion als ästhetisches Prinzip: Thematisierung der ästhetischen Form, des Mediums Schrift und der Buchform in der Prosa der Romantik – Erzählen als Gegenstand des Erzählens (z.B: Brentano: »Godwi«; Tieck: »Der gestiefelte Kater«)

 
 

 

 

 

 

 

III Autoren und Werke

 

Achim von Arnim (1781–1831)

»Der Falke«, »Mir ist zu licht zum Schlafen« (Lyrik)

 

Clemens Brentano (1787–1842)

»Der Spinnerin Nachtlied«, »Geheime Liebe«, »Wenn die Sonne weggegangen« (Lyrik); »Godwi oder das steinerne Bild der Mutter« (Prosa)

 

Joseph von Eichendorff (1788–1857)

»An Luise« »Das zerbrochene Ringlein«, »Der letzte Gruß« ,»Die zwei Gesellen«,

»In Danzig«, »Mondnacht«, »Sehnsucht« (Lyrik); »Ahnung und Gegenwart«,

»Aus dem Leben eines Taugenichts« (Prosa)

 

Wilhelm Hauff (1802–1827)

»Das kalte Herz« (Prosa)

 

Heinrich Heine (1797–1856)

»Ein Jüngling liebt ein Mädchen«, »In der Fremde« (Lyrik)

 

E.T.A. Hoffmann (1776–1822)

»Das Fräulein von Scuderi«, »Der Sandmann«, »Die Elixiere des Teufels«, »Lebensansichten des Katers Murr« (Prosa)

 

Karoline von Günderode (1780–1806)

»Die eine Klage« (Lyrik)

 

Eduard Mörike (1804–1875)

»Peregrina« (Lyrik)

 

Wilhelm Müller (1794–1827)

»Erstarrung« (Lyrik)

 

Novalis (1772–1801)

»Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren« (Lyrik); »Heinrich von Ofterdingen« (Prosa)

 

Ludwig Rellstab (1799–1860)

»Ständchen« (Lyrik)

 

Ludwig Tieck (1773–1853)

»Franz Sternbalds Wanderungen« (Prosa)

 

Friedrich Schlegel (1772–1829)

»Fragmente« (Abhandlung)

 
     

 

 

 

 
     

 

     
     

 

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