NATURALISMUS (1880–1900)

 

       I Historischer Kontext

 

  • Erstarken der Sozialdemokratie; Fortdauer der gesellschaftlichen und politischen Dominanz des Adels
  • Konkurrenz des Deutschen Reiches mit den bereits etablierten Weltmächten England, Frankreich und Russland
  • Amtsantritt Wilhelms II. 1888, Entlassung des Reichskanzlers Bismarck 1890
  • fortschreitende Industrialisierung: Deutschlands als stärkste Industrienation: Entstehung erster multinationaler Konzerne
  • Verschärfung sozialer Probleme: Armut und Elend in den Massenquartieren der neuen Großstädte, Alkoholismus, Prostitution, Zerfall der Familie
  • Zulassung von Frauen zum Abitur (1899) und zum Hochschulstudium (1908)
  • rasanter Fortschritt in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik:
  • massiver medizinischer Fortschritt: Entdeckung des Tuberkulose- und des Choleraerregers; erste Herz- und Blinddarmoperationen; Verbesserung der Anästhesie und der chirurgischen Hygiene; Optimierung des Kaiserschnitts; Einführung neuer Methoden der Diagnostik und der Analyse
  • Intensivierung des wissenschaftlichen Diskurses über Vererbung und Gesundheit; Deutung sozialer Probleme wie Alkoholismus, Krankheit und häusliche Gewalt als Folge genetischer Degeneration; Diskussion über die Vererbung erworbener Eigenschaften
  • Entstehung »rassenhygienischer« Theorien, die im Dienste der Volksgesundheit und der Höherentwicklung des Menschen für eugenische Maßnahmen der Fortpflanzungskontrolle eintreten
 
       

 

 

 

III Autoren und Werke

 

Margarete Beutler (1876–1946)

»Sonntagsmorgen«, »Wiegenlied der roten Jule« (Lyrik)

 

Helene Böhlau (1856–1940)

»Das Recht der Mutter«, »Der Rangierbahnhof«, »Halbtier« (Prosa)

 

Hedwig Dohm (1831–1919)

»Werde, die du bist« (Prosa)

 

Max Halbe (1865–1944)

»Eisgang«, »Freie Liebe. Szenen einer jungen Liebe«, »Jugend« (Drama)

 

Gerhart Hauptmann (1862–1946)

»Die Weber«, »Vor Sonnenaufgang« (Drama); »Bahnwärter Thiel« (Prosa)

 

Arno Holz (1863–1929)

»Auf der Straße«, »Ein Bild«, »Ein andres« (Lyrik); »Papa Hamlet« (Prosa); »Die Familie Selicke« (Drama)

 

Max Kretzer (1854 –1941)

»Meister Timpe« (Prosa)

 

Georg Latz

»Das Muttererbe« (Lyrik)

 

Emil Nicolai

»Straßenbild« (Lyrik)

 

Gabriele Reuter (1859–1941)

»Aus guter Familie« (Prosa)

 

Hermann Sudermann (1857–1928)

»Die Ehre« (Drama)

 

Johannes Schlaf (1862–1941)

»Papa Hamlet« (Prosa); »Die Familie Selicke« (Drama)

 

Clara Viebig (1860–1950)

»Kinder der Eifel«, »Das Weiberdorf«, »Das Kreuz im Venn« (Prosa)

 

Bruno Wille (1860–1928)

»Gefallen«, »Straße« (Lyrik)

 

 

 

 

 

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